Frankreich verbietet „Fleischbezeichnungen“ für pflanzliche Produkte und Deutschland zieht nach?

So sinnvoll manche gesetzliche Regelungen auch sein mögen – manche sind auch unsinnig und verfehlen ihr Ziel. Die Planung geschieht oft völlig unbemerkt von den Verbrauchern und von denen, die diese Regelungen betreffen.

 

Ganz aktuell möchte Deutschland die Bezeichnung von veganen und vegetarischen Lebensmitteln regeln. Kurz gefasst – man möchte jede Bezeichnung, die es bisher nur für Fleischprodukte bekannt war, für vegetarische und vegane Produkte verbieten. In Frankreich ist ein ähnliches Gesetz vor kurzem schon in Kraft getreten – hier gibt es wohl demnächst anstatt Tofuschnitzel „Dingsda aus Tofu“ zu kaufen. Wenn Deutschland (wie geplant) ein ähnliches Gesetz umsetzt, hieße es für euch: ihr könnt dann im Bioladen keine „Vegetarische Salami“ oder „vegane Wienerle“ mehr kaufen sondern „würzige rote Scheiben aus Soja“ oder „rosa, gefüllte Schläuche aus Tofu“. In unserem Team kam ein sehr treffender Kommentar: „Was für ein Unsinn, wenn ich vegane oder vegetarische Wurst einkaufen gehe will ich wissen wonach sie schmeckt! Und wenn da „vegan“ oder „vegetarisch“ drauf steht, weiß ich auch dass es nicht aus Fleisch ist, ich bin doch nicht blöd!“

 

Aber genau das ist der Grund, warum die Bezeichnungen geändert werden sollen: der Gesetzgeber traut dem normalen Verbraucher nicht zu, dass er – wenn er im Laden „vegetarische Salami“ oder „vegane Wienerle“ sieht-weiß dass diese nicht aus Fleisch gemacht sind.

 

Wir finden: es ist eine Frechheit, den Verbraucher für so dumm zu halten! Natürlich soll die Kennzeichnung klar, verständlich und ehrlich sein, natürlich muss auf den ersten Blick ersichtlich sein, dass das Produkt nicht aus Fleisch gemacht ist. Aber: wäre eine Kennzeichnung wie „rosa, gefüllter Schlauch aus Tofu“ wirklich klarer und verständlicher?

 

Darum halten wir es für viel wichtiger, Begriffe wie „vegan“ und „vegetarisch“ gesetzlich zu definieren, am besten in Zusammenarbeit mit veganen / vegetarischen Verbänden und Verbrauchern. Aktuell sind die Begriffe nämlich nicht gesetzlich definiert!


Wir von Govinda haben uns dem Verband „Vegorganic“ angeschlossen, der genau dafür steht: Förderung veganer / vegetarischer Lebensmittel und klare, verbraucherfreundliche Kennzeichnung. Wenn ihr mehr dazu lesen wollt, findet ihr hier die Pressemitteilung des Verbandes. http://www.vegorganic.de/2018/05/14/frankreich-verbietet-fleischbezeichnungen-fuer-pflanzliche-produkte-und-deutschland-zieht-nach-bio-hersteller-reagieren-entsetzt/

 

Und da kommt ihr ganz persönlich ins Spiel… Wir können eure Vorschläge in die Verbandssitzungen mitnehmen und ansprechen. Daher würden wir uns natürlich sehr über euer Feedback freuen: wie sollten eurer Meinung nach vegane und vegetarische „Wurstwaren“ benannt werden? Welche Kennzeichnung würdet ihr euch wünschen?

 

 



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